Pflegearbeiten im Hangmoor, Straelen
Bei milden Wintertemperaturen trafen sich Mitte Januar 17 NABU-Aktive, um Pflegearbeiten im Naturschutzgebiet Hangmoor Damerbruch durchzuführen. Das Hangmoor liegt südlich von Straelen, unterhalb der Terrassenkante zur Maas-Niederterrasse zwischen der B58 im Norden und A40 im Süden. Dabei ist das Gebiet zwar 4 Kilometer lang, doch die Moorflächen sind nur 120-350 m breit und werden im Westen vom Leitgraben begrenzt. Die Pflegearbeiten erfolgen nur auf ausgewählten kleinen Flächen des Schutzgebietes, finden dort aber inzwischen schon seit 40 Jahren statt. Ziel ist es, wertvolle Pflanzenbestände von aufkommenden Anfluggehölzen (junge Weiden, Erlen, Birken) freizuhalten und sie so vor einer Beschattung und Verdrängung durch Gebüsch zu schützen.
Bei der Aktion am Samstag ging es auf der sogenannten „Kernfläche“ vor allem um die Schneide, ein bis zu zwei Meter hohes, sehr seltenes Sauergras mit messerscharfen Blättern, und um den Gagel. Der Erhalt des letzten Gagelvorkommens im Raum Straelen hat auch historische Gründe: So wurden die aromatischen Blätter dieses Strauches im Mittelalter dem „Gruit-Bier“ zugesetzt, um es haltbar zu machen. Die Aktiven der NABU Ortsgruppe Straelen wurden bei der schweißtreibenden Aktion im Sumpf tatkräftig von der „Mittwochsgruppe“ der NABU Ortsgruppe Geldern-Issum unterstützt, die im Herbst/Winter regelmäßig Pflegemaßnahmen der unterschiedlichsten Art, vor allem im Naturschutzgebiet Fleuthkuhlen, aber auch auf Biotopflächen im Umfeld durchführt.
Gerade die sogenannte „Kernfläche“ des Hangmoors bereitet den Naturschützern aktuell große Sorgen: die vielen sehr trockenen Jahre haben Spuren hinterlassen und in wichtigen Teilen des Moors die Ausbreitung von Schilf begünstigt. Von dem Weg im Osten des Schutzgebietes wandern zunehmend Brombeeren in die ohnehin nur sehr schmalen Moorflächen ein und bedrängen die Reste der wertvollen Vegetation. Nur da, wo das Moor durch gut schüttende Quellen mit Wasser versorgt wird, haben sich Relikte der ursprünglichen Moor-Vegetation halten können. Aktuell diskutieren die Naturschützer über wirksame Maßnahmen zur Verbesserung der Kernfläche.
Foto: Fruchtstand der Schneide, Cladium mariscus (Foto: H.-J. Windeln/NABU)
