Naturschutzgebiet Fleuthkuhlen: Gehölze roden für die Natur

Geldern – Im Naturschutzgebiet Fleuthkuhlen bei Geldern-Kapellen finden im Januar 2022 Rodungen von Gehölzen statt. Das dient aber in diesem Fall dem Naturschutz: Auf wenigen ausgewählten Stellen werden hier Maßnahmen eingeleitet, um neue Torfkuhlen-Gewässer als wertvollen Lebensraum des Schutzgebietes zu schaffen.

Solche Gewässer mit Röhrichtgürteln aus Schilf und Sauergräsern sind charakteristisch für das Schutzgebiet. Sie sind artenreiche Lebensräume z.B. für Libellen, für Amphibien wie den Teichfrosch oder im Röhricht brütende Vogelarten wie den Teichrohrsänger, die Rohrammer oder die Rohrweihe.

Auf den ausgewählten Maßnahmen-Flächen haben sich jedoch in den letzten Jahrzehnten dichte Gebüsche aus Grauweiden und Erlen ausgebreitet. Sie haben artenreiche Schilfröhrichte überwachsen oder beschatten die Ufer von Gewässern, so dass lichtliebende Arten verdrängt werden und die Lebensräume verarmen. Mit der Umsetzung der Maßnahmen sollen neue, nicht beschattete Gewässer- und Röhrichtbiotope entstehen, die den Wert des Naturschutzgebietes erhöhen.

In einem ersten Schritt werden nun in fünf Bereichen Gehölze entfernt: So z.B. an der Straße „Waltersheide“ nach dem Abzweig von der L362 (Gelderner Straße) zur Boeckelt nahe des Bruckmannshofs, an der Beerenbrouckstraße nahe der Brücke über die Issumer Fleuth und an einem Kuhlengewässer bei Haus Beerenbrouck. Für die entfernten Gehölze müssen gemäß dem Forstgesetz Ersatzflächen mit Wald aufgeforstet werden. Die Gehölzarbeiten müssen bis Ende Februar abgeschlossen sein, um das Brutgeschehen im Schutzgebiet nicht zu stören. Ab dem kommenden Spätsommer sollen dann die Erdarbeiten zur Anlage der Gewässer stattfinden.

Die betroffenen Flächen befinden sich im Eigentum der NRW-Stiftung für Naturschutz, Heimat- und Kulturpflege. Die Maßnahmen werden im Auftrag des Kreises Kleve als Untere Naturschutzbehörde umgesetzt. Auf der Grundlage von fachlichen Angaben des NABU-Naturschutzzentrums (NZ) Gelderland erstellte ein Planungsbüro die notwendigen Ausführungsplanungen. Die Finanzierung erfolgt aus Fördermitteln der Europäischen Union und des Landes NRW (ELER). Mitarbeitende des NZ Gelderland werden die Arbeiten begleiten und mit darauf achten, dass die Eingriffe so schonend wie möglich umgesetzt werden.

Nähere Auskünfte zu den Maßnahmen sind beim NABU-Naturschutzzentrum Gelderland zu erhalten (Monika Ochse, Tel. 02838 / 96544, E-Mail: ochse@nz-gelderland).de)