| Zwischen Lavendel und
Petersilie
Das NABU-Naturschutzzentrum Gelderland kooperiert mit der
Wohnanlage St. Bernardin für Menschen mit Behinderungen
Natur ist schön, Natur ist spannend - und Natur ist
für alle da! Das demonstriert auch ein neues Umwelterlebnisprojekt
des NABU-Naturschutzzentrums Gelderland in der Kapellener
Wohnanlage St. Bernardin der CWWN. Möglich wurde dieses
Projekt vor allem durch eine finanzielle Unterstützung
des Landschaftsverbandes Rheinland im Rahmen des LVR-Projektes „Naturerlebnis
und Umweltbildung – barrierefrei! Mit den Biologischen Stationen
im Rheinland“. Insgesamt neun Stationen nehmen an diesem
rheinlandweiten Projekt teil, das benachteiligten bzw. gehandicapten
Personengruppen den Zugang zur Natur erleichtern oder auch
erst ermöglichen soll.
„Barrierefreie Umweltbildung“, das heißt im Fall der
Bewohner von St. Bernardin, dass Menschen mit geistiger Behinderung
gezielte Angebote bekommen, sich intensiv mit der Natur zu
beschäftigen. Nah sollte es sein, den Fähigkeiten
der Bewohner sollte es entsprechen, Spaß sollte es
machen. So entstand die Idee einer festen Gartengruppe, die
sich auf dem Gelände der Wohnanlage regelmäßig
trifft, um zwei langen Reihen ungenutzter und leer stehender
alter Frühbeetkästen zu neuem Leben zu verhelfen
und sie in blühende Beete zu verwandeln. Momentan nehmen
fünf Bewohnerinnen und ein Bewohner an den mittwöchlichen
Veranstaltungen teil, die von der Umweltpädagogin Helga
Kaczmarek vom Naturschutzzentrum konzipiert und geleitet
werden. Tatkräftige Unterstützung bekommt sie dabei
von der hausinternen Mitarbeiterin Margret Wilmer.
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Zu Beginn des Projektes, im April 2008, lag viel Arbeit
vor der kleinen Gruppe. Nachdem die alten Betonkästen
mit Erde aufgefüllt worden waren und ein Plan für
die Pflanzung vorlag ging es los. Etliche Pflanzen wurden
gesetzt, mehrere Beete mit Gewürz- und Sommerblumensamen
eingesät.
Derzeit wird regelmäßig Unkraut
gerupft und die ersten Ergebnisse begutachtet. Wurde hier
zu dicht gesät und es muss vorsichtig umgesetzt werden?
Sind alle Pflanzen gut angewachsen? Welche Pflanzen entwickeln
sich kräftig, und bei welchen lässt der Fortschritt
noch etwas auf sich warten? Wo steht noch Kraut, das da nicht
hingehört? Müsste mal gegossen werden? Dazu gibt
es immer wieder die „Guck- und Schnupperrunde“, denn viele
der Pflanzen sind wohlriechende Kräuter und Gewürze.
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Schnell entwickeln sich kleine Ratespiele. Welche Pflanze
riecht nach Zitrone und welche Kräuter erinnern an Pizza?
Aber neben Zitronenmelisse und Thymian finden sich noch viele
andere Pflanzen in den geradlinig und klar strukturierten
Beeten: so wachsen z.B. auch Lavendel, Rosmarin, Petersilie,
Schnitt- und Bärlauch einträchtig neben Ringelblumen,
Zinnien, einer Sommerblumenmischung und Zierkürbissen.
Doch die Pflanzen sind nicht nur fürs Auge und für
die Nase gedacht. Alle haben auch einen ganz praktischen
Wert. So sollen z.B. die Sommerblumen später dem Schmuck
der hauseigenen Kapelle dienen und aus den Kräutern
sollen im Werkstattbereich der Einrichtung unter anderem
Kräuteröle, Pestos und Duftsäckchen entstehen,
die beim jährlichen Herbstbasar verkauft werden können.
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Und genau wie die Teilnehmerzahl ganz allmählich gewachsen
ist, so wachsen auch die Pflanzen in den Beeten und werden
von Woche zu Woche größer und schöner. Und
die „Gartengruppe“ kann auf ihren Garten zurecht stolz sein.
Helga M. Kaczmarek |